Wer realistisch ist, weiß, dass es auf dieser Welt normalerweise keinen Menschen gibt, der Usain Bolt die Goldmedaille über 100m streitig machen kann. Wie gesagt: normalerweise! Trotzdem liegt die Quote für ihn bei ungewohnt hohen 1,65. Dass er nicht wie in den letzten Jahren als haushoher Top-Favorit ins Rennen geht, hat seine Gründe.
Einer von ihnen trägt den Namen Yohan Blake. Bolts Landsmann wird mit einer Quote von 2,65 gehandelt, denn der Mann aus Saint James ist in der Form seines Lebens. Darüber hinaus ist er der einzige Mensch, der Bolt in den letzten Jahren über 100m schlagen konnte. Am 29. Juni 2012 lief er in Kingston die 100m in 9,75 Sekunden und kam dabei vor dem Supersprinter ins Ziel, der (wie es häufiger vorkommt) beim Start Probleme hatte. Zwei Tage später besiegte Blake seinen Staffelkollegen erneut – diesmal über die 200m. Man sollte dabei im Hinterkopf behalten, dass diese Niederlagen für Bolt gerade mal einen guten Monat her sind! Ob er sich davon schon erholt hat?
Doch nicht nur die sportliche Form des Wunderkindes wirft derzeit Fragen auf. Zuletzt klagte Bolt im Juli über Rücken- sowie Oberschenkelprobleme. Trainer Glen Mills reagierte prompt, sagte ein Leichtathletik-Event in Monaco ab und verschaffte Bolt ein Spezialbett sowie Stickstoffbinden. Auch Dr. Müller-Wohlfahrt von den Bayern hat Bolt bereits als Patient in dieser Angelegenheit behandelt, was den Ernst der Lage vor Augen führt.
Die Olympiateilnahme sei angeblich „nicht gefährdet“. Das mag schon sein, aber ob „Lightning Bolt“ dieses Jahr wirklich das Zeug zum Olympiasieger hat, scheint sehr fraglich – weshalb Blake mehr als ein Geheimtipp ist!


